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Datensicherheit – und warum es uns alle angeht

Wenn man zurückblickt erzeugen wir heute mehr Daten als je zuvor. Viele dieser Daten erscheinen uns für nicht so wichtig, falls einmal der Datengau eintritt, reagieren wir hektisch und verstört und wünschen uns diesem Thema mehr gewidmet zu haben. Das man dem Datenverlust vorbeugen kann und dabei keine aufwendige Vorkehrungen treffen muss möchte ich hier einmal beleuchten.

Synology Diskstation DS216j

Bei der Planung kann man sicherlich zwei unterschiedliche Benutzergruppen ausmachen. Da sind erst einmal diejenigen, die ihr Geld damit verdienen und die Familie ernähren müssen. Die andere Gruppe sind diejenigen, die kein Kapitalschaden durch Verlust der Daten erleiden, halt die breite Masse der Nutzer mit privaten Bildern, etc.

Bei der erstgenanten Gruppe kann man getrost von Fahrlässigkeit sprechen, falls dort keine Vorkehrungen getroffen werden. Wer in seinem Geschäft immer noch mit dem Risiko arbeitet seine wertvollen Daten zu verlieren wird früher oder später die Rechnung dafür bezahlen.

Die zweite Gruppe ist weit bunter gefächert, die Notwendigkeit der Absicherung vor Verlust ist aber wenig ausgeprägt, zu wenig existiert dort das Verständnis und Bewustsein für den Wert eines Datenverlustes. Vielfach herrscht hier die Meinung, es werde schon nichts passieren oder die Daten seien nicht ganz so wichtig. Viele verlassen sich auch zu sehr auf die „Wolke“ und vergessen, dass kaum ein Anbieter die Datenvermehrung seiner Kundschaft mit Speicherplatz stillen kann, kostenlos versteht sich natürlich.

Im folgenden möchte ich einmal Strategien und auch Funktionen heutiger Betriebsystem nennen, die wenig oder gar kein Geld kosten und eine Grundsicherheit schaffen. Bei all dem muss man immer daran denken eine Strategie zu nutzen, die kein manuellen Eingriff nötig macht. Manuelle Schritte haben den Nachteil nach einer gewissen Zeit, dass Vorgänge verschoben oder ganz weggelassen werden.

Tipp 1: Nutzen Sie die vorhandenen Funktionen des Betriebssystems für die Datensicherung. Unter Windows 7 und neuer läßt sich dies ganz einfach mit der Funktion „Sichern und Wiederherstellen“. OS X Benutzer können die sehr intuitiv zu benutzende Funktion „Time Machine“ nutzen. Natürlich können Sie auch Backup Programme verwenden. Machen Sie sich mit den Funktionen zur Sicherung und Wiederherstellung vertraut. Für die meisten Backup Programm bieten die Hersteller zeitlich begrenzte DEMO Versionen an.

Tipp 2: Falls Sie z.B. Hobbyfotograf sind oder Ihnen ganze Fotosammlung wichtig ist, dann hilft zusätzlich die folgende Strategie. Markieren Sie sich im Kalender ein Termin, der z.B. wöchentlich wiederholt wird und nach dem hochfahren des Computers Sie an das Ereignis erinnert. Dies könnte z.B. die Sicherung des Bilderordner auf ein externes Laufwerk in zwei abwechselnd genutzte Ordner als Ziel sein. Z.B. könnte man ein Ordner für gerade und ein für ungerade Kalenderwochen nutzen.

Tipp 3: Eine andere Variante von Tipp 2 wäre die Ablage von Bildern beim Import in zwei unterschiedlichen Speicherorten (Festplatten). Dabei sollte man sich aber angewöhnen dies regelmäßig nach jedem Fotografieren eines Ereignisses (Geburtstags, etc.) zu machen. Dabei werden die Bilder zuerst mit einer Foto-Verwaltungssoftware von der Karte in den Bilderordner importieret. Im zweiten Schritt wird dann der Inhalt der Karte (Bilder) auf ein zweites Festplattenlaufwerk kopiert. Idealerweise werden diese Bilder niemals direkt auf dieser Festplatte editiert. Ich z.B. verwende diese Strategie schon seit über zehn Jahren. Seit etwa zwei Jahren verwende ich dafür ein NAS Speicher mit RAID1 (Spiegelung).

Tipp 4: Ein wichtiger Hinweis zur Archivierung auf Speichermedien. Verwenden Sie niemals handelsübliche CD’s, DVD’s, BlueRays oder USB Sticks für die Langzeitarchivierung. Diese Medien sind nicht für diesen Zweck ausgelegt und dafür vorgesehen. Besser ist es dies mit NAS-Systemen mit mindestens zwei Festplatten, die in RAID Modus 1 (Spiegelung) betrieben werden.

Weitere Tipps:
Achten Sie beim Kauf von Festplatten für ein RAID System, dass diese für den Dauerbetrieb ausgelegt sind. Spezielle RAID Festplatten, wie die RED Serie von Western Digital besitzen neben der besseren Konstruktion der Festplatte und der langen Garantie eine angepasste Firmware, die den Dauerbetrieb für Jahre optimal sicherstellt. Denken Sie auch daran, dass Festplatten einem Verschleiß unterliegen. Sicherlich ist ein Ausfall einer Festplatte in einem NAS mit RAID 1 nicht ganz so kritisch, ein Ausfall als einzelne externe Festplatte ist sehr kritisch und tritt meist schleichend auf. Ersetzen Sie, bei Sicherung auf externe Einzellaufwerke, diese nach dem Garantiezeitraum durch ein neues. Die alten Laufwerke müssen aber danach nicht zwangsläufig entsorgt werden, sondern können immer noch als Speicher für unwichtigere dauen wie Fernsehaufzeichnungen von einem Recorder oder für den Datentransport (Datenkopie) weiter genutzt werden.

Ein letztes Wort noch: Speicherplatz ist heute günstiger als dieser je zuvor gewesen ist. Sparen Sie nicht am falschen Ende.

LINKS:
Synology NAS Systeme (Produktseite)
QNAP NAS Systeme (Produktseite)
WD NAS Systeme (Produktseite)
Windows (Sichern und Wiederherstellen)
OS X TimeMachine

Ursprünglich veröffentlicht: 12.03.2016

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